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Was gehört zur Grafik?

...und damit zu den Aufgaben des Grafikers? Die landläufigen Ansichten darüber sind widersprüchlich, und münden oft in der Frage, ob ein guter Grafiker auch ein guter Zeichner sein muss. Das liegt wohl daran, dass der Begriff Grafik historisch einem Wandel unterliegt.

Rose als Hintergrund Die Grafik hat im klassischen Sinne etwas mit Drucktechniken zu tun, in denen sich Bilder vor allem aus Linien und Schraffuren zusammensetzen: das sind Kupferstiche, Radierungen und Lithografien. Sie weisen eine enge Verbindung zur Zeichnung vor. Die bedeutendsten Grafiker in diesem Sinne sind Künstler wie Goya, Lukas Cranach, Dürer, Toulouse-Lautrec und Picasso. Sie waren alle erstklassige Zeichner.

Rosenicon als Hintergrundgrafik Im modernen Sinne zählt zur Grafik alles, was auf geometrische Formen reduzierte Abbildungen sind: Logos, Signets, Icons, Informations- und Funktionsgrafiken,- auch wenn sie nicht gedruckt werden. Zu den Pionieren gehören Bauhaus-Künstler wie Joseph Albers.

Im allgemeinen Sprachgebrauch und Begriffsverständnis wird beides ohne Bezug auf die zeitlichen Entwicklungen vermengt. So halten immernoch viele Menschen einen guten Grafiker vor allem für einen guten Zeichner, was am aktuellen Berufsalltag dieser Berufsgruppe gründlich vorbeigeht. Lolli-Rose
Der Grafiker muss gestalten können, und bedient sich dabei gegenwärtig i.d.R. den modernen Mitteln von Computerprogrammen. Dazu gehören Layout-, Grafik- und Bildbearbeitungsprogramme, teilweise auch 3-d-Programme. Damit können aus digitalen Fotos Grafiken werden, Grafiken eine fotorealistische Anmutung erhalten, oder die Grafiken werden geometrisch aufgebaut. drei Icons mit Rosenhintergrund Dazu ist schon eine ganze Menge an Fähigkeiten nötig, die für das Zeichnen im traditionellen Sinne wenig Muße lassen. Wer mit einem gekonnten Strich aufwarten will, braucht ein Händchen dafür und Übung. Wer gut layouten will, braucht ein gutes Gespür für Komposition und Flächeneinteilungen. Wer Signets entwickelt, braucht Geometrie und Kenntnisse über Symbolwirkung.

weiße Rose-Freisteller So ist die Zeichnung für den Grafiker vielfach eher ein planerisches Hilfsmittel zur Verständigung und der Ideenentwicklung in der Entwurfsphase, mit Skizzen ohne künstlerischen Anspruch.

Für ausdrucksstarke Handzeichnungen werden häufig Illustratoren engagiert, die auf diese Aufgabe spezialisiert sind. Je nach dem, wie weit sich die Zeichnung am natürlichen Vorbild orientiert, ist sie den alten, klassischen Grafiken nahe verbunden, oder gehört z.B. als Comic oder Karikatur eigenen Gattungen an.
Computer-Grafiken können zwar illustrativen Charakter haben, sind aber aufgrund ihrer Entstehung über eine Software der modernen Grafik näher.

Wie aus dem Entwurf taugliche Vorlagen für moderne Drucktechniken wie den Offset und Kommunikationsplattformen wie das Internet werden, muß der Grafiker wissen, und löst das im Print optimalerweise in Zusammenarbeitet mit Lithoanstalten oder den Druckvorstufeabteilungen von Druckereien. Fürs Internet gehören Programmierer und Netzwerkadministratoren zu den Ansprechpartnern.


Literaturverweise und Ausstellungen

Klassische Grafik:

Goyas Radierungszyklus Elos Caprichos
Städel Museum, Frankfurt am Main

Lithografien Kunstmuseum Pablo Picasso Münster

Blogbeitrag Die Deutsche Graphik
Kunstmuseum Hamburg

Albrecht Dürer Holzschnitte
Kunstmuseum Hamburg

Moderne Grafik:

Andy Warhol ANDY WARHOL - THE ORIGINAL SILKSCREENS - Ausstellung von Druckgrafiken in der Städtische Galerie Rosenheim bis 12.6.2016

M. C. Escher Grafiken

Grafik-Designer Otl Aicher Piktogramme

Grafiken des Künstlers Julian Opie

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